DRP™-Modell: Umfeld für lernenden Austausch ermöglichen (4/5)

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Mithilfe des DRP™-Modells welches aus Marktstudien und der Analyse von über 50 Digitalisierungsprojekten hervorgegangen ist, werden Ihnen die entscheidenden Faktoren auf dem Weg zur Digitalisierung Ihres Unternehmens aufgezeigt. Das Modell umfasst explizite Handlungsschritte auf fünf verschiedenen Ebenen. Diese sind: Führung, Fundamente, Mitarbeiter, Umfeld, Agilisierung. Zur Nachjustierung der fünf Ebenen dient die Retrospektive als ergänzendes Werkzeug.

Die vergangenen Artikel haben wir den ersten drei Stellschrauben Führung, Fundamente und Mitarbeiter gewidmet. Infolgedessen möchten wir Ihnen in diesem Beitrag die Inhalte der vierten Dimension Umfeld vorstellen.

Der Austausch mit dem Umfeld liefert wertvollen Input AUF DEM WEG ZUR DIGITALEN TRANSFORMATION

Ein Hemmnis im digitalen Transformationsprozess ist, dass der Austausch über digitale Themen und deren Herausforderungen zumeist auf die eigene Branche beschränkt ist und somit das Potenzial und Know-how, welches in anderen Branchen vorhanden ist, für das eigene Unternehmen ungenutzt bleibt. Darüber hinaus werden Diskussionen und Veranstaltungen zur Digitalisierung immer noch stark durch Techniker und Ingenieure betrieben. Dabei spielt sich die digitale Vernetzung nicht nur auf der technischen Ebene ab, sondern berührt im wesentlichen Maß ebenfalls ökonomische und soziale Belange. Gerade vor diesem Hintergrund ist die Integration des Umfelds wichtig.

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DIE WICHTIGSTEN Ansatzpunkte zum scannen des Umfelds IN DER Digitalisierung

  1. Feedback von Kunden und Stakeholdern integrieren

  2. Open Innovation mit Kunden und Externen ermöglichen

  3. Einsatz von Best Practice aus eigenen und komplementären Branchen einbeziehen

  4. Know-how-Netzwerke für Innovationen erarbeiten und pflegen

  5. Digitale Integratoren zur Vernetzung aufbauen und einsetzen 

Wie können Sie den bestmöglichen Nutzen aus dem Umfeld für Ihre Digitalisierungsprojekte ziehen?

Mittels der Integration des Umfelds wird die Grundlage für neuen Input geschaffen, der für die Lösung interner Fragestellung verwendet werden kann. Nutzen Sie dazu die in Ihrer Umgebung bereits bestehenden Quellen für Inspiration: Eine Vielzahl davon findet sich meist innerhalb von Start-ups, Coworking-Spaces und digitalen Communities, bei denen sich Anreize für neue Ideen, Methoden sowie Innovationen finden lassen. Schauen Sie sich gezielt Projekte zur digitalen Transformation an und nehmen Sie dabei auch ganz bewusst andere Branchen in den Fokus. Diese bieten Ihnen neben Best-Practice-Beispielen auch Fälle von Worst-Practice, welche bereits im Vorfeld einen großen Erkenntnisgewinn für eigene Digitalisierungsprojekte in Ihrem Unternehmen bedeuten können.

DAS KÖNNEN SIE TUN

1 Suchen Sie bei internen Fragestellungen gezielt nach Lessons Learrned anderer Unternehmen
Sie stehen im Unternehmen vor der Frage, wie Sie agile Managementmethoden wie Kanban in Ihren Unternehmensalltag einführen, wie Sie die Mitarbeiter mehr in den digitalen Wandel Ihres Unternehmens integrieren oder wie Sie Ihr Ideenmanagement attraktiver gestalten können? Viele Unternehmen stehen oder standen vor der gleichen Herausforderung wie Sie. Nutzen Sie Formate wie Barcamps, bei denen Sie solche Fragestellungen anbringen, diskutieren und die Lessons Learned anderer Unternehmen für die Herausforderungen in Ihrem Unternehmen nutzen können.

2 Erfahrungsaustausch mit anderen Branchen
Beschränken Sie Ihren Know-how-Transfer nicht nur auf die eigene Branche, sondern nutzen Sie das Know-how von Branchen, welche bereits weit vor der Energiebranche von der Digitalisierung verändert wurden: der Handel, Versicherungen, Finanzen und insbesondere die Telekommunikationsdienstleister. Bauen Sie auf deren Erfahrungen auf und verkürzen Sie so die Lernwege Ihres Unternehmens. Durch die bereits existierenden Beispiele vereinfacht sich zudem die Argumentation innerhalb Ihres Unternehmens.

3 Open Innovation mit Kunden und Externen
Laden Sie Ihre Kunden und externe Spezialisten zu Innovationsprozessen Ihres Unternehmens ein. Durch die Heterogenität der Teilnehmer können Sie mit maximalem Know-how und Tempo an neuen Lösungen arbeiten. Ebenso ermöglichen Sie dadurch eine frühzeitige kundenzentrierte Ausrichtung Ihrer Innovationen. Über Prototypen können Sie Ihre Ideen von Ihren Kunden testen lassen und regelmäßig Feedback einholen. Das vereinfacht die Konzeption und Strategieentwicklung, da Sie weniger mit Annahmen sondern vielmehr mit validierten Bewertungen und Beobachtungen arbeiten können.  

4 Integrieren Sie Mechanismen, um die Bedürfnisse des digitalen Kunden besser zu verstehen
Schaffen Sie eine konstante Austauschplattform mit Ihren Kunden und erfassen Sie so regelmäßig deren Erwartungen und Bedürfnisse, welche sich innerhalb von wenigen Monaten verändern können. Dies ermöglicht es Ihnen, mögliche Veränderungen in den Bedürfnissen Ihrer Kunden rechtzeitig zu erkennen, auf neue Impulse einzugehen und über Produkte und Ideen Ihres Unternehmens zu sprechen.   

5 Ermöglichen Sie den Know-how-Transfer in Ihr eigenes Unternehmen
Schaffen Sie eine Möglichkeit das Wissen und Know-how, welches die Mitarbeiter und Führungskräfte im Zuge der oben genannten Möglichkeiten erhalten, im eigenen Unternehmen transparent zu teilen, sodass möglichst viele von den Impulsen profitieren. Eine Möglichkeit ist es, die drei wichtigsten Erkenntnisse aus Veranstaltungen, Weiterbildungen oder Workshops im unternehmensinternen Netzwerk zu teilen.


Über das Modell

Das DRP™-Modell entstand 2015 durch André Rauschert (Fraunhofer Institut IVI) und Stephan Preuss (QUANTIC Digital). Die Abkürzung steht für “Digitales Rauschert Preuss-Modell”.

Das Modell und das Arbeitsposter stellen die beiden Experten kostenfrei zur Verfügung. Sie finden den Download unter www.digital-inno.com/drp