In 3 Schritten mit Cobit und agilen Methoden zur erfolgreichen IT-Strategie

Traditionelle IT-Governance-Frameworks wie COBIT oder ITIL werden als starke und etablierte Rahmenwerke genutzt. In Verbindung und sinnvoller Ergänzung mit agilen Methoden werden die vorhandenen Prinzipien mit wenig Aufwand in drei Schritten zu einer agilen IT-Strategie weiterentwickelt.

COBIT als FRAMEWORK FÜR IT-Governance

COBIT bietet ein umfassendes und akzeptiertes Framework, das Unternehmen bei der Erreichung ihrer Ziele zur Steuerung und Verwaltung der Unternehmens-IT unterstützt. Zum einen durch Methoden für eine ganzheitliche IT-Verwaltung des gesamten Unternehmens, zum anderen bei der Optimierung der Wertschöpfung aus der IT, dem Risikomanagement und der Ressourcenauslastung. Dabei werden sowohl End-to-End-Business- und IT-Funktionen, als auch die IT-bezogenen Interessen interner und externer Shareholder berücksichtigt. COBIT ist generisch und nützlich für Unternehmen jeder Größe, ob kommerziell, gemeinnützig oder im öffentlichen Sektor. Es behandelt Pläne, Verfahren und Richtlinien, die einen geprüften, dokumentierten, gewarteten und kommunizierten IT-Prozess antreiben.  

Bei der konkreten Anwendung dieses Frameworks vor allem in Unternehmen und Organisationen kleinerer und mittlerer Größe treffen die beschriebenen Methoden jedoch häufig an Grenzen. Insbesondere folgende Punkte lassen sich dabei immer wieder beobachten: 

  • Kleineren und mittleren Unternehmen fehlt es häufig an personellen Ressourcen und Methoden-Know-how für die Anwendung der Frameworks und Umsetzung der Maßnahmen. 

  • Die klassischen Frameworks allein bieten kaum Rezepte, um adäquat auf immer kürzeren Time-to-Market-Zyklen und flexible, sich stetig ändernde Anforderungen zu reagieren. 

  • Weiterhin sind COBIT und ITIL mit ihrer starken Konzentration auf Dokumentation und starren Prozessen nur wenig an den Bedürfnissen des Kunden und der tatsächlichen Wertschöpfung des Unternehmens ausgerichtet. 

  • Die Umsetzung der Maßnahmen scheitert häufig an geeigneter Steuerung und Priorisierung. 

Unterstützung durch Agile Methoden

Ursprünglich aus der Software-Entwicklung und seit einiger Zeit zunehmend in die Steuerungs- und Managementebene vordringende agile Methoden versprechen mit der Veröffentlichung des überarbeiteten Standards COBIT 2019 nun auch für die Regularien und Methoden der IT-Governance genau an diesen Schwachstellen Abhilfe. Das überarbeitete COBIT 2019 bietet mit neu definierten „Focus Areas“ beispielsweise die Möglichkeit, das Governance-System auf unterschiedliche Bedürfnisse anzupassen und damit erste Andockstellen für agile Ansätze zu schaffen. Agile Best Practices und Lean-Prinzipien wie das Pull-Prinzip, Priorisierung und ein iterativer Ansatz für Auslieferungen in kurzen Zyklen fördert die Zusammenarbeit zwischen IT-Abteilung und operativer Ebene, bei entsprechender Integration in eine agile IT-Governance.   

Auch für IT Governance gilt:
Stop starting – start finishing!

Wer sich mit agilen Methoden, sei es in der Softwareentwicklung oder im Management befasst, kennt dieses Mantra: “Aufhören, Dinge anzufangen und anfangen, Dinge abzuschließen (Stop starting, start finishing).” Wie aber gelingt es, agile Methoden in der IT-Strategie so einzubinden, dass jede Maßnahme den identifizierten Wertbeitrag für das Unternehmen erbringen kann?

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Der Fokus agiler Methoden liegt darauf, Unternehmen bei der Erreichung ihrer Unternehmensziele zu unterstützen, indem sie ihren technologischen Nutzen maximieren. Agile IT-Governance konzentriert sich auf eine funktionierende Ausführung, anstatt Governance-Prozesse nur zu dokumentieren. Agile Prozessmodelle und Frameworks beschreiben, wie ein Team arbeitet, wie es mit Anforderungen, Aufgaben und Arbeitspaketen umgeht und wie diese nach Kundennutzen priorisiert werden. Dazu unterstützt die Visualisierung geplanter und bestehender Arbeitsprozesse bspw. über ein Kanban-Steuerungsboard die Geschäftsleitung und die Vorstände eines Unternehmens bei der transparenten Kommunikation und Steuerung der einzelnen Vorhaben und Projekte. 

Folgende Ergänzung der klassischen IT-Governance-Methoden erscheinen dabei als vielversprechend: 

  • Etablierung kürzerer, flexiblerer Umsetzungszyklen über agile Projektmanagement-Methoden wie RapidPrototyping, Scrum usw.

  • Entwicklung, Bewertung und Bearbeitung neuer Ideen, Produkte und Themen mit starkem Kundenfokus über agile Business Modellierungswerkzeuge 

  • Herstellung von Transparenz und Steuerung aller Maßnahmen über agile Visualisierungs-, Priorisierungs- und Steuerungsmethoden 

Drei Schritte für eine AGile IT-Strategie

Die agilen Methoden sollen dabei die bestehenden klassischen Frameworks nicht ersetzen, sondern ergänzen und vervollständigen. Entscheidend für eine erfolgreiche IT-Organisation, die die Wertschöpfung des Unternehmens tatsächlich optimal unterstützt, ist eine echte Kongruenz der Unternehmensziele mit den internen und externen Vorschriften zu gewährleisten, anstatt durch einen festgelegten Prozess lediglich den Eindruck zu erwecken.  

Der Weg zur agilen IT-Strategie lässt sich dabei in drei Schritten erreichen: 

  1. Definition der Vorgaben, Rahmenbedingungen und Ziele der IT-Strategie 

  2. Analyse der IT-Prozesse, Identifikation der Potenziale sowie transparente Definition, Bewertung und Priorisierung der IT-Maßnahmen 

  3. Agile Steuerung und fokussierte, am Wertbeitrag orientierte Umsetzung der Maßnahmen   

Das Vorgehensmodell eignet sich für Unternehmen kleinerer und mittlerer Größe, um ihre IT-Management-Prozesse zu professionalisieren. Für Unternehmen, in denen klassische IT-Governance bereits etabliert sind, hilft der agile Ansatz auf flexible Anforderungen und die typischen Probleme in Steuerung und Umsetzung zu reagieren.  

QUANTIC Digital berät Unternehmen bei der Erarbeitung, Optimierung und agilen Ausgestaltung ihrer IT-Strategie.  

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