Blockchain- Geschäftsmodellpotenziale für die Energiewirtschaft

Titelblatt-Blockchain-Whitepaper

Die digitale Transformation wird die Prozesse der Energiewirtschaft nachhaltig verändern. Sie ist neben der Dekarbonisierung, Dezentralisierung und dem Demografiewandel eines der großen Handlungsfelder für Energieversorger. Damit einhergehend ist die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und -prozesse, wobei gerade hier neue Technologien und Trends eine wichtige Rolle spielen – so auch die Blockchain-Technologie. Diese wird in der Debatte über die Digitalisierung von Geschäftsprozessen in der Energiewirtschaft bereits vielfältig diskutiert.

Eine Blockchain-Kooperation, bestehend aus 11 Partnern aus der Energie- und IT-Branche, griff diese Diskussion auf und entwickelte gemeinsam sieben neue Geschäftsmodellansätze auf Basis der Blockchain Technologie. Dazu veröffentlicht die Partnerschaft Ende 2018 das Whitepaper „Blockchain-Geschäftspotenziale für die Energiewirtschaft“. Einen ersten Auszug aus dem Whitepaper erhalten Sie in diesem Artikel.

Die Blockchain kurz erklärt

Die Blockchain-Technologie lässt sich als eine verteilte digitale Datenbank verstehen, in welcher Transaktionen und Daten dezentral auf miteinander vernetzten Computern dokumentiert werden. In Echtzeit lassen sich über dieses Netzwerk die Gültigkeit für beliebige Transaktionsprozesse nachprüfen. Ein Intermediär – also ein Vermittler, dem sonst die Aufgaben des Protokollanten und Prüfer obliegen – wird daher nicht mehr benötigt.

Zum Durchführen von Transaktionen verfügt jeder Teilnehmer über eine Wallet, vergleichbar mit einem Bankkonto. Zu jeder Wallet gehört ein sogenannter privater und öffentlicher Schlüssel, also private und public key, ähnlich einer TAN und einer IBAN. Diese Schlüssel dienen dazu, die Transaktion sicher zu gestalten. Dabei ermöglicht es der private Schlüssel, die Transaktion durch eine Signatur zu verifizieren und zu garantieren, dass der öffentliche Schlüssel auch zu der entsprechenden Transaktion gehört. Die Informationen der Transaktion werden schließlich in Form eines sogenannten Hashs, vergleichbar mit einem digitalen Fingerabdruck, in einem Block gespeichert. Die Blockchain wächst bei Zunahme der Transaktionen. Dabei enthält jeder Block nicht nur die Informationen über die Transaktionen, sondern auch den Hash des vorherigen Blocks. Dadurch entsteht eine Kette mit Blöcken, die voneinander abhängig sind. Dies macht es unmöglich, Bestandteile unbemerkt zu verändern.

Um dies sicherzustellen, wird die Gültigkeit jeder neuen Signatur durch einzelne oder mehrere Netzwerkpunkte mithilfe von Konsens-Mechanismen bestätigt. Dieser Mechanismus lässt sich wie ein dezentrales Grundbuch beschreiben, bei der die hinterlegten Transaktionen durch den Konsens bestätigt werden. Diese Prüfung erfolgt beispielsweise bei Bitcoin durch das Errechnen einer mathematischen Aufgabe (Proof-of-Work). Genau dieser Mechanismus wird als energieaufwendig kritisiert. Derzeit wird allerdings intensiv an alternativen Konsensmechanismen, die weniger Energie benötigen und weniger komplex sind, gearbeitet (z. B. Delegated Proof-of-Stake, Proof-of-Stake).

Welche Chancen und Herausforderungen bietet Blockchain der Energiewirtschaft?

Im Rahmen des Whitepapers wurde eine Befragung von Akteuren in der Energiewirtschaft durchgeführt. 70 % der Teilnehmer gaben an, dass sie die Blockchain für ein Zukunftsmodell und nicht für einen Hype halten. Diese gaben auch an, dass sich hinter Blockchain mit einer Wahrscheinlichkeit von 45 % disruptive Geschäftsmodelle verbergen. Das heißt, dass die Blockchain-Überzeugten der Branche davon ausgehen, dass sich mit einer 45 %-igen Wahrscheinlichkeit die Wertschöpfungsprozesse der Energieversorgung auf Basis der Blockchain grundlegend ändern.

 
 Ergebnisse aus der QUANTIC-Marktbefragung

Ergebnisse aus der QUANTIC-Marktbefragung

 

Neue Geschäftsmodelle zur Marktpositionierung zählen laut der Marktbefragung außerdem zu den größten Potentialen der Blockchain-Technologie. Darauf folgen Smart Contracts und Effizienzsteigerung.

Weiterhin ist die Technologie aber für 75 % der Befragten mit großem Aufwand verbunden – dazu zählt beispielsweise die Komplexität, das Verständnis, das Initiieren sowie Betreiben der Blockchain bis hin zu der damit verbundenen Regulatorik und Gesetzgebung.

Von großer Bedeutung für die Entscheider in der Energiewirtschaft ist es demnach, neue Technologien und Trends für ihr Unternehmen zu bewerten, um so Chancen und Herausforderungen zu identifizieren. Einen ersten branchenübergreifenden Austausch ermöglichen dabei Kooperationen.

Das Kooperationsprojekt

 Partner der Blockchain-Kooperation

Partner der Blockchain-Kooperation

In der Blockchain-Partnerschaft wurden in 4 Workshops mehr als 20 Geschäftsmodellideen auf Basis der Blockchain-Technologie entwickelt. In dem Austausch der Partner über Anforderungen, Anwenderbedürfnisse sowie die finanzielle und technische Machbarkeit der Innovationen wurden vor allem Potenziale im Bereich der Kundenbindung und der Prozessoptimierung identifiziert. Aus den Ideen wurden sieben Geschäftsmodellansätze ausgewählt, weiterentwickelt und mit Hilfe von Experten validiert.

Das Whitepaper

Im Whitepaper werden Ihnen diese sieben Geschäftsmodellpotenziale vorgestellt. Auf Grundlage der Chancen und Herausforderungen der Blockchain-Technologie, die im Paper detaillierter dargestellt werden, unterstützt Sie das Whitepaper bei der Bewertung der Relevanz der Blockchain und der strategisch Einordnung in Ihrem Unternehmen.

Wenn Sie informiert werden möchten, sobald das Whitepaper erscheint, können Sie sich gern über das nachfolgende Formular dafür eintragen.

 
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